Luxusproblem: Welchen Preis könnten wir Blaskapellen noch verleihen?

[141] OÖN 13. Februar 2014

Dieses Land mit 444 Gemeinden hat mehr als 480 Blaskapellen mit 23.000 bestens ausgebildeten Musikerinnen und Musikern – Oberösterreich ist inoffizieller Blasmusik-Weltmeister der Regionen.

Das von März bis November dauernde Landesmusikfest 2014 mit Dutzenden Veranstaltungen in allen Bezirken soll unter dem Motto „zuschauen – zuhören – mitmachen“ beweisen, dass die Qualität mit den beeindruckenden Zahlen mithalten kann. Wettbewerbe haben sich als Anreiz für ständige Weiterentwicklung bewährt. Ein viertägiger Dirigierwettbewerb in Andorf fordert den Kapellmeisternachwuchs. Dem Sieger winkt die Ehre, am 23. März im Linzer Brucknerhaus mit der Salzkammergut-Bläserphilharmonie „Caresse – Ode an die Musik“ aufzuführen. An diesem Abend wird auch der OÖ. Blasmusikpreis vergeben, für den sich aus jedem Bezirk eine Musikkapelle qualifiziert.

Um das Originalrepertoire für Blasorchester zu bereichern und heimische Komponisten zu fördern, hat der Blasmusikverband einen Kompositionswettbewerb ausgeschrieben. „Musik in kleinen Gruppen“ ist ein österreichweiter Wettbewerb für Holzbläser-, Blechbläser- und Schlagwerkensembles, die sechs Besten der Landesentscheidung am 10. Mai in Vöcklabruck fahren zum Bundeswettbewerb. Zu einem Blasorchesterwettbewerb lädt die internationale Musikmesse „Music Austria“ Anfang Oktober in Ried.

In den vertrauten Wettbewerbsreigen mischt sich heuer Ungewöhnliches. Gesucht ist kein Sieger in einer bestimmten Disziplin, sondern – ein Preis, den man noch vergeben könnte. Die Wurzel des „Problems“: Vielen Orchestern wurden bereits die höchsten Auszeichnungen verliehen. Nach zehnmal „Ausgezeichnet“ bei Konzertwertungen und fünfmal „Ausgezeichnet“ bei Marschwertungen erhält eine Blaskapelle die „Prof. Franz Kinzl Medaille“. Gelingen diese Bewertungen im darauf folgenden Jahrzehnt nochmals, wird der „Prof. Rudolf Zeman Preis“ verliehen, eine Skulptur des Innviertler Glaskünstlers Helmut Hundstorfer als Symbol für Kontinuität im Orchester, für zwanzig Jahre Musizieren auf höchstem Niveau. Beim Ideenwettbewerb 2014 wird nun gefragt: Womit ehren wir sie, wenn sie immer noch besser werden?