“Musik der Völker”: Wenn Bordunikum zu Blowzabella zuwispielt

[95] OÖN 28. Februar 2013

„Suden Aika“ kam aus Finnland und „Fei scho“ aus Bayern, Wu Wei (China), Apynys (Litauen), Ni’Chathasaigh (Irland) haben hier gespielt, Egschiglen (Mongolei), Garufa! (Uruguay) und viele andere – Linz ist auch Bühne für Volksmusik aus aller Welt, Ethno- oder Weltmusik im faszinierenden Austausch mit der alpenländischen.

So füllt die Abo-Reihe „Musik der Völker“ regelmäßig den Mittleren Saal des Brucknerhauses. Zu den Abenden dieser Serie lädt Kuratorin Edith Winkler viel beachtete Gruppen aus aller Welt ein, ausschließlich solche, die in ihren Ländern zu den Besten zählen. Bei „Musik der Völker“ treffen sie auf österreichische Musikantenprominenz, herausragende Gruppen aus allen Bundesländern, die schließlich, als Höhepunkt, die besondere Fähigkeit alpenländischer Volksmusikanten auspacken: das spontane „Zuwispielen“.

Wenn es die Stimmung der unterschiedlichen Instrumente beider Gruppen zulässt, kommen die Österreicher zum Finale nochmals auf die Bühne und spielen beim letzten Stück der Gäste mit, meistens ohne das Stück vorher zu kennen, immer aber ohne Noten, nach Gehör und Gefühl. Verträgt sich eine chinesische Laute mit der Klangqualität der Es-Klarinette? Wie klingt’s, wenn Russen die singende Sense auspacken und die Bratsche dazu spielt, dann auch noch das Saxophon? 

Als Moderator habe ich bereits die Vorgänger-Konzertreihe „Alpenglühn“ miterlebt und nun im achten Jahr „Musik der Völker“. Gemeinsam mit Musikern aus China bis Burkina Faso und Uruguay bis Portugal auf der Bühne zu stehen, sie mit Gsibergern und Innviertlern singend zusammenzuführen, in Oberösterreich lebende Afghanen zur Musik ihrer Landsleute aus der fernen Heimat tanzen zu sehen – es ist jedes Mal ein Geschenk.

Nächsten Dienstag gibt’s wieder eines: Für „Ländlertanz & keltische Tunes“ werden Sepp Pichlers steirische Gruppe Bordunikum und die englische Folkband Blowzabella sorgen. Bordunikum lässt emotionale Musik vergangener Jahrhunderte ebenso erklingen wie jüngste Eigenkompositionen. Blowzabella brilliert mit interessantem Instrumenten-Mix (Drehleier, Dudelsack, Melodeon, dazu Saxophon, Klarinette, Knopfakkordeon), überraschenden Arrangements, rhythmischen Finessen – eine stilbildende Vorbild-Band der europäischen Folkszene. Wetten, dass die Steirer zuwispielen?

INFO: Musik der Völker, Dienstag, 5. März, 19.30 Uhr, Linzer Brucknerhaus.