“Zsaumwachs’n” im Naturpark Mühlviertel

[120] OÖN 12. September 2013

Einander näherkommen und besser kennenlernen, schließlich  zusammenwachsen, ohne die eigene Identität zu verlieren – dieser Idealvorstellung aus dem Privatleben eifern auch manche Gemeinden und Vereine nach. Unter dem Titel „Zsaumwachs´n“ veranstalten die vier Gemeinden im Naturpark Mühlviertel (Bad Zell, Allerheiligen, Rechberg, St. Thomas am Blasenstein) und das OÖ. Forum Volkskultur am kommenden Wochenende ein Volksmusik- und Naturparkfest in Bad Zell. Im Zuge der grenzüberschreitenden Landesausstellung wird die Vielfalt der Kulturlandschaft und lebendiger Volkskultur von Musik bis Tanz präsentiert: „Dorfkultur zwischen alten Spuren und Wegen“.
Zum Auftakt am Samstagabend moderiert Franz Gumpenberger „A Musi und a Gsang“ in der Arena Bad Zell. Herausragende Volksmusikgruppen aus allen  oö. Vierteln und aus Südböhmen werden singen und spielen: der Rainbacher Dreigesang (Foto privat), die Innviertler Geigenmusi, die Aberseer Pascher, d’Hausruckmusi und die Böhmische Dudelsackmusi.
Mundartgedichte und -g’schichten lesen der Freistädter Stelzhamerbund-Bezirksleiter Karl Hackl (l.) aus Bad Zell, der auch Texte für den  Mundart-gottesdienst am Sonntag geschrieben hat, und der aus Kaltenberg stammende Linzer Autor Engelbert Lasinger (r., Fotos: Klaus Huber).
In den Bad Zeller Gaststätten machen am Sonntag Volksmusikensembles der örtlichen Landesmusikschule Wirtshausmusi, vier Gruppen spielen am Vormittag, zwei am Nachmittag.
Auf drei Bauernhöfen präsentiert der Naturpark am Sonntagnachmittag zahlreiche Facetten der Mühlviertler Volkskultur. Karl Hackl und Engelbert Lasinger moderieren „Hofzeit is“ mit Aushängeschildern der vier Naturparkgemeinden:  die Alphornbläser aus Allerheiligen und die Killinger Hausmusik aus Rechberg, die Volkstanzgruppe aus St. Thomas am Blasenstein, die Gstanzl singenden Leitner Buam und die Schuhplattlergruppe aus Bad Zell.
Ausgerüstet mit einem Stempelpass entdecken Erwachsene und Kinder schließlich sechs Erlebnisstationen entlang eines gemütlichen, etwa 2 km langen Rundweges von Hof zu Hof.
Station 1: Altes Handwerk. Kinder lernen Korbflechter, Spinnerinnen, Besenbinder kennen und können selbst einen Talisman aus Schafwolle und Weidenstöckchen weben.
Station 2: Einige der letzten Pechölbrenner arbeiten am Schaumeiler. Günter Kantilli („Naturheiligtümer im Mühlviertel“) erläutert die Bedeutung der Pechöl- (Bild links) und Schalensteine.
Station 3: Volksmedizin-Experte Dr. Kurt Lettner erklärt traditionelle Heilmittel wie Loamwickl, Krenbettn, Harzsalben.
Station 4: Spurenlesen im Wald. Jäger zeigen, wie Spuren von Wildtieren zu entdecken und zu deuten sind.
Station 5: Im Obstgarten zeigen Imker ihren Schaubienenstock und erzählen über die Honigbiene. Am Mühlehnerhof lassen sich die Bio-Weideschweine (Foto: Barbara Derntl) nicht nur bewundern, sondern auch deren Fleisch verkosten.
Station 6: An der Lesesteinmauer werden Geschichten vom Maskottchen NUPI vorgelesen und die Lebensweise der (echten) Haselmaus erklärt.

info: Volksmusik- und Naturparkfest „Zsaumwachs’n – Dorfkultur zwischen alten Spuren und neuen Wegen“, Bad Zell (Bezirk Freistadt), bei jedem Wetter, Eintritt frei. Samstag, 14.9.: 20 Uhr „A Musi und a Gsang“, Arena. Sonntag, 15.9.: 9.15 Uhr Mundartgottesdienst, Pfarrkirche; ab 10.30 Uhr: Wirtshausmusi in Bad Zeller Gaststätten; 13 Uhr: „Hofzeit is“, Naturpark am Weberberg, 17 Uhr Preisverleihung.