HS II Römerfeld Windischgarsten

Betreut von Deutsch-Lehrerin Regina Gegenleitner, widmeten sich die 11- und 12-jährigen SchülerInnen der HS II Römerfeld Windischgarsten dem Thema Adventgefühl. In der gemeinsamen Arbeit mit Klaus Huber begannen sie, an Sprachrhythmus zu feilen – die am schwierigsten zu erlangende Fertigkeit, letztlich jedoch ein entscheidendes Argument für Qualität in der Lyrik.

Julia Berger, 12 Jahre:

Im Dunkin

Gaunz dunki is im Zimma,

mi intressierts im Finstern nimma.

   Gschwind zint i a Kerzn an –

   so, des hob i amoi tan.

   Gaunz hö wiads glei im Raum,

   des glaubst ja kaum.

   Gaunz warm wiad ma im Herzn,

   des mochn ois de Kerzn.

   I fü mi heid so wunderbar

   Und gfrei mi schau aufs nexte Joa.

Dichterischer Einfallsreichtum hat unzählige Facetten. Dazu zählt auch das unerwartete Umschalten auf einen völlig anderen, im Idealfall sogar konträren Gedanken. Solche Ideensprünge lösen einen jähen Gefühlswandel aus. Am besten zeigt sich diese Wirkung bei Autorenlesungen: Publikum in heiterer Stimmung verstummt plötzlich betroffen – oder umgekehrt: Besinnlichkeit schlägt in gelöstes Lachen um.

Das gelingt zwei 11-jährigen Windischgarstener Schülerinnen, Selma Abdukić und Laura Estelle Schulz, mit ihrem – noch dazu rhythmisch gelungenen – Vierzeiler „Weihnochtszeit“. In die beschauliche Adventstimmung eines Kindes, das sich auf die Bescherung freut, platzt der radikale Wechsel des Blickwinkels auf Weihnachten aus der Sicht einer Gans…

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Weihnochtszeit

Liaba, liaba Weihnochtsmau,

i zind de viate Kerzn au.

Scho boid, scho boid, do is so weit.

Nur d’Weihnochtsgauns hot goa ka Freid.

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Im Frühling freute sich Stelzhamerbundobmann Klaus Huber  schon nach einer einzigen Doppelstunde über viel versprechende ”Erstlinge” der durchwegs 11-jährigen Schülerinnen und Schüler. Sie entstanden an einem Regentag – das Wetter wurde zum Thema:

 

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 Laura Herzog

REGN UND HITZ

Tropfn,
Regn und nua mea Wossa.
I häd mi schau so gfreit
am Summa und auf d Hitz.
Daun gang i schwimma
und schwitzad
Tropfn

 

 

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Dagmar Gressenbauer

SCHENE SCHIACHE TOG

I sitz dahoam und schau ausn Fensta
wos i siach des gfoit ma
regn kimmt vom Hümmi und beim Fensta eina
mia gfoit’s
wei ma dahoam sitzt und oafach amoi nix tuat.
I genieß de Rua, den Regn und de Luft
und ois, wos i riach, is fia mi wia a duft.

 

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 Sabine Löger

REGNDOG

plitsch platsch
drausn regnts
in d Latschn einispringa

plitsch platsch
drausn regnts
an Regnspaziergang mochn

plitsch platsch
drausn regnts
a wauns regnt is drausn schen