HS St. Martin im Mühlkreis

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Fabulieren in Mundart

Schülerinnen und Schüler der Hauptschule St. Martin im Mühlkreis, Partnerschule des Stelzhamerbundes, befassten sich im Sommersemester 2010 mit klassischen Fabeln. In diesen alten Lehrstücken übernehmen Tiere menschliche Rollenbilder. Zwei davon wollen wir  jetzt zu Beginn des neuen Schuljahres vorstellen; während Sie sie lesen, setzen die 12- bis 14-Jährigen ihre intensive Beschäftigung mit Mundartliteratur bereits wieder fort. (Fotos: Andrea Liedl)
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Antonia Barth, Carina Pusch und Victoria Schuhmann:


Da Hund

A Hund hod a Fleisch gfundn. Er is so stolz, wei ea des Fich erjogt hot. Wiara so üwa a Bruckn geht, schaut a zufellig ins glasglore Wosa. Do siagt a an Hund mit so an fettn Fleisch im Mäu. So softi wia koa zweits.

Horuck
ea springt von da Bruck
s Fleisch foit ausn Mäu
ea stimmt au a Geheu
s  is tragisch owa woa
mim Hund is goa

Wos ma draus lernt:
Ma soid ned imma so hundsgiri sa.
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Fabian Mitter, Linda Gahleitner und Sebastian Winkler:

Zwa Fresch

Zwa Fresch, denen da Tümpü in da Sommerson austrickat, gengan af Wandaschaft. Geng Abend keman s in d Kaumma vo an Bauanhof und finden dort a greose Schissl Müli, de zan Obrahma aufgstöt worn is. Se hupfn glei eini und lassn ses schmecka.

Wias s eahrn Durscht gstüht haum und ins Freie woin, kinnans ned: de gloti Waund va da Schissl is ned zan Bezwinga und sie rutschn imma wida in di Müli zruck.

Vü Stund haum se se vagebli abgmüaht und eahnare Schänkö san älmähli imma matter worn.

Da quakt da oani Frosch: „Ois Strampön is umsunst, des Schicksäi is geng uns, i gibs af!“ Er macht ka Bewegung mehr, is abiglittn afn Bon van Gefäs und dadrunga.

Sei Gefährte aba kämpft vazweifüt weida bis tiaf ind Nacht eini.

Da füht er den erschtn festn Buttabrokn unta seini Fiaß, stoßt se mit letzta Kraft a und is im Frein.
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Und es geht a kirza:

Frosch 1: gsuacht gfundn aufgem dasofn
Frosch 2: gsuacht gfundn weida plogt gschoft

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“Wia uns da Schnabö gwachsn is”

Die 4. Klassen gestalteten ihr Schulabschlussfest 2009/2010 in Mundart, “wei ma ja Partnerschui van Stelzhamerbund han”. Angeleitet von Ihrer Lehrerin Elfriede Höglinger, moderierten sie die zweistündige Veranstaltung im Hauptschul-Festsaal “wia uns da Schnabö gwachsn is”, sie baten LehrerInnen zum Mundartquiz auf die Bühne und zeigten auch mit einer Volkstanzeinlage bemerkenswerten Hang zur gewachsenen Volkskultur. Sehr beeindruckend!

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Frühlingsgedichte

Im Februar und März hatten sich die Deutsch-Klassen von Elfriede Höglinger und Andrea Liedl mit dem Thema Frühlingsbeginn befasst. Einige Beispiele gelungener Gedichte aus der Gedankenwelt von 12- bis 14-Jährigen:

 

Dorinda Winkler, 12 Jahre

FRÜHLINGSGEDICHT

Oa Gedicht
Hot in an Vogümund Plozz.
A ondas Gedicht
schnuarrt de schlofade Kotz.

Oa Gedicht
liegt im Locha oana oidn Frau
des liegt im wundaboan Himmüsblau.

A de Woikn
san a Gedicht.
Du muasstas nua lesn kina
sunst meaksdas nicht.

 

Martin Reinthaler, 14 Jahre

FRÜHLING

koa schnee, koa ausrutschn, koa eis mea
endli wiad frühling
ois wiad woam und sunni
des gfoid ma
endli ko i wida blääsöcklat umadumrena
endli wida fuasboispün in da wiesn
bam buswartn koan mea owagfrean
jo da frühling is oafach geil

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Barbara Engleder, 14 Jahre

FRÜHLING

Frühling is won de Bleumen blian
und won de Bei uma fliagn.
Wia de Keaschbam do stengan volal Pracht
is  a de Wümaus fan Wintaschlaf afgwocht.
Da Wind ziagt uma
des is da Frühling, dea ko wida kuma.

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Simon Bruckmüller, 14 Jahre

S’ FRUAJOHR 

Da Schnee zgeht
s’Wossa steht
wärma wird’s
des Wetta.
D’Vögün keman zruck
des erscht Semesta hauma ferti
d’Stroßn kehrns
d’Schneestaungen
de reißens aus
und pfiate
aus!

 

Lisa Seiwald, 12 Jahre

SCHENA FRIALING

Jo kloane Hasal
De siagt ma glei im Grasal
De kloan liabn Hasal

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Julia Köttritsch, 12 Jahre

DA FRÜHLING

Blume
Wärme..
Ich blühe im Sonnenschein
genieße es
zu sein.

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Linda Gahleitner, 12 Jahre

FRÜHLINGSGEDICHT

Soboid da erste Maulwurf aus da Erd guckt
Kumt da Bauer mid da Schaufe augruckt
Doh des nächste Problem is a scho do
Im Gartn siedln si Schneckn au
De erstn Knospn blian
Und ma siagt scho wida de Bienen aunfliagn
Doh wegn dem is de Freid ned weg
Wei jeda erfüd sein Zweck.

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Lukas Wakolbinger, 12 Jahre

FRÜHLINGSSEHNSUCHT

Foi fü Leid gfrein se scho am Frühling.
Owa monche kinans nimma dawoatn,
daun schauns oafach wia amoi in Goatn.

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Sebastian Winkler, 12 Jahre

WANN DA SCHNEE WEG IS

Wann da Schnee weg is
dann vagiss den Winta
und deng aun de bliaratn Bam
und deng da:
Jo, im Frühling, do bin i daham

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Susanna Wiplinger, 12 Jahre

HAIKU ZUM FRÜHLING

I mog na so wei
er is supa und klass
des gfoit ma foi guat

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Dezember 2009:

Sonja Bruckmüller, 12 Jahre

EINSAM UND ALLOA

Jo jetz sitz ma do
einsam und alloa,
olle san fort.
Nur ih bin do
und mei Kotz.

 A Kerzn brennt,
da Schnee scheint eina.
Ganz einsam und alloa.

 Aba nimma lang,
nua nu zwoa Tog,
daun sans eh wida do.

 

Lisa Seiwald, 12 Jahre

SAUARAM MIT KNOBLAUCHGSCHMO 

Im Advent gibts fü zan doa:
Geschenke bsoagn, Adventkraunz bindn, Keksal bakn.
Mei Tant macht de bestn Keksal, find i. Olle Soatn kuman ba ia afs Blech.
A heia bochts wida Keksal.
Oamoi hots Schoko und Vanile Kipfal, Marün und Zwetschkn Steandal, Zomgsetzte mit Schokoglasur und ebn de neichn ausm Kochbuach. Eini ins Bockrohr und woatn.
Woatn, woatn und woatn. Bim! Und fertig woans. Ausa ausm Ofn und obkühn lassn.

Endlich sans obküht. I nimma glei a neichs, ausm Kochbuach. Ma, riachan de guat und se san so sche faziat. I beis amoi eini. Ma, de zgengan ma jo af da Zung, oba was is des? Wia schmeckn denn de?
Pfui! Grausli! Wäh! Des kon ma jo goa net beschreim wia grausli de Keksal san!
I woas, d’ Tant hot so a Oat Sauaram eini to, oba des woa Sauaram mit Knoblauchgschmo. Pfui!
Hoffantle muas I nie wida so wos essn! Gott sei Dank schaut mei Tant hiatzt imma auf Pfabokung.
Frohe Weihnachtn und füh Knoblauchkeksal!