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Lyrikwettbewerb um den
3. Franz-Hönig-Preis

Zur Förderung der Mundartdichtung veranstaltet der Stelzhamerbund heuer zum dritten Mal einen Wettbewerb um den Franz-Hönig-Preis für gereimte Mundartgedichte. Bisherige Gewinner waren Christine Kaltenböck (2013) und Engelbert Lasinger (2015).

Gesucht sind Gedichte in der Tradition Franz Hönigs, des beliebten Volksdichters und Langzeit-Bürgermeisters (1900 – 1937) von Kremsmünster. Dieser 1867 in Ried geborene Innviertler wurde zum einflussreichsten Mundartdichter des Traunviertels. In Gedichten und balladenhaften Reimerzählungen nahm er sich schon vor mehr als 100 Jahren sozialer und zeitkritischer Themen an. Er verstand es, die Schwächen seiner Mitmenschen in unterhaltsamer Weise aufs Korn zu nehmen, ohne jemals einen derben Ton anzuschlagen.

Objektive Kriterien wie korrekter Rhythmus und Reim sind für die Jury unabdingbare Grundvoraussetzungen. Wesentliche Beurteilungskriterien sind ferner eine zeitgemäße Idee und sprachlich treffende Umsetzung.

Pro Autor dürfen maximal zwei bisher unveröffentlichte gereimte Gedichte eingereicht werden.

  • Einzureichen sind:
  1. in einem Kuvert vier identische Texte, jede Kopie versehen mit einem persönlichen Code oder Kennwort, jedoch ohne Namensnennung des Autors / der Autorin
  2. ein gesonderter, verschlossener Umschlag mit Angaben zur Person des Autors / der Autorin: Name, Adresse, Telefonnummer, Emailadresse.
  3. Jedes Kuvert und jedes Einzelblatt ist mit dem gewählten Code oder Kennwort zu versehen.
  • Einsendeschluss: 30. Juni 2021. Adresse: Stelzhamerbund, Kennwort „Franz-Stelzhamer-Preis“ bzw. „Franz-Hönig-Preis“, Promenade 33/1, 4020 Linz.
  • Mit der Teilnahme wird dem Stelzhamerbund das unbeschränkte Recht auf Veröffentlichung der eingesandten Geschichten und Gedichten übertragen; das begründet jedoch keinen Anspruch auf Veröffentlichung.
  • Unter Pseudonym teilnehmende Autoren haben Vertrauenspersonen zu benennen, die einen Preis entgegenzunehmen berechtigt und bereit sind.
  • Die Preise für die drei Erstplatzierten und die Zusammensetzung der dreiköpfigen Jury werden vom Stelzhamerbund in der Sommer-Ausgabe der Zeitschrift „wortgarten“ bekanntgegeben. Gegen die unabhängige Entscheidung der Jury ist kein Einspruch zulässig.

 

 

 

Die für 6. Februar angesetzte Generalversammlung des Stelzhamerbundes darf wegen des Corona-Lockdown heuer nicht durchgeführt werden.

Die Absage entspricht der aktuellen österreichischen Gesetzgebung und ist auch vom Vereinsrecht gedeckt, das Generalversammlungen nur alle vier Jahre vorschreibt.
Der nächste GV-Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

 

Eine vielseitige Oberösterreicherin, die sich hauptsächlich als Bildende Künstlerin einen Namen gemacht hat, ist die Gewinnerin des Stelzhamerbund-Wettbewerbs für Kurzgeschichten in Mundart. Der Franz-Stelzhamer-Preis 2019 ging an Stella Felder aus Zell am Pettenfirst (Bezirk Vöcklabruck), vor acht Jahren bereits Zweitplatzierte dieses Wettbewerbs. Den begehrten Hauptpreis, eine handgeschnitzte Stelzhamer-Büste, und ihren Anteil am Preisgeld für die Plätze 1 bis 3 erhielt sie beim Festabend im Bildungshaus St. Magdalena von Präs. Klaus Huber überreicht.
Stella Felders preisgekrönter Text „Luftobschneida“ vermittelt dem Leser/Zuhörer die beklemmende Atmosphäre im Inneren eines Kastenwagens verantwortungsloser Schlepper, der für eine Gruppe verzweifelter Kriegsflüchtlinge zum rollenden Sarg wird. Mit schweren Atemzügen rufen die Eingeschlossenen um Hilfe, trommeln an die hermetisch abgeschlossenen Wände – bis schließlich alle Schreie und Klopfgeräusche verhallen.

Platz 2 errang Friederike „Fritzi“ Peham aus Peuerbach mit ihrer ebenfalls zutiefst berührenden Kurzgeschichte „Mitn Gsicht gen Himmö“.

Dritte wurde eine Tiroler Volkskundlerin, Ingeborg Schmid aus Längenfeld, mit „Wenne hot augekleart augeheart?“ in kerniger Ötztaler Mundart. Diese sprachlich fein ziselierte Geschichte über Sammelleidenschaft widmet sich dem Problem, die Fülle des liebevoll Gehorteten gebührend aufzubewahren.

Die Kurzgeschichten sieben weiterer Wettbewerbsteilnehmer reihte die Jury – Joschi Anzinger, Gerti Felix, Klaus Huber – unter „die besten 10“ auf dem geteilten 4. Platz:
Pauline Lindner, Hohenzell, „Neta fünf Minutn“
Herbert Köppl, Freistadt, „Am grean Band“
Sigrid Bergmann, Seekirchen/Wallersee (Salzburg), „Kellagschichtn“
Petra Seyfried, Waldzell, „alloa“
Bruno Mayer, Gramastetten, „Nutella“
Veronika Schneider, Zirl (Tirol), „Freud hun, Mama mir Eisl essn geaht“
Theresia Lindner, Hohenzell, „’s jüngste Gricht“

Im Rahmen der Preisverleihung würdigte Forum-Volkskultur-Präsident Herbert Scheiböck diesen „einmaligen Wettbewerb“ und die seit Jahren „unschätzbar wichtige Arbeit des Stelzhamerbundes für die Erhaltung und Weitergabe der Mundart“.
Mit Mundartplaudereien und so manchem Prost! klang dieser vom Anton-Schosser-Quartett aus dem Ennstal musikalisch umrahmte Festabend gemütlich aus.

Tipp: Ab nächster Woche werden auf dieser Homepage einige der 58 zum Wettbewerb eingereichten Kurzgeschichten zu lesen sein.