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Stella Felder gewinnt den Franz-Stelzhamer-Preis

23.10.2019

Eine vielseitige Oberösterreicherin, die sich hauptsächlich als Bildende Künstlerin einen Namen gemacht hat, ist heuer die Gewinnerin des Stelzhamerbund-Wettbewerbs für Kurzgeschichten in Mundart. Der Franz-Stelzhamer-Preis 2019 geht an Stella Felder aus Zell am Pettenfirst (Bezirk Vöcklabruck), vor acht Jahren bereits Zweitplatzierte dieses Wettbewerbs. Den begehrten Hauptpreis, eine handgeschnitzte Stelzhamer-Büste, und ihren Anteil am Preisgeld für die Plätze 1 bis 3 erhielt sie beim Festabend im Bildungshaus St. Magdalena von Präs. Klaus Huber überreicht.
Stella Felders preisgekrönter Text „Luftobschneida“ vermittelt dem Leser/Zuhörer die beklemmende Atmosphäre im Inneren eines Kastenwagens verantwortungsloser Schlepper, der für eine Gruppe verzweifelter Kriegsflüchtlinge zum rollenden Sarg wird. Mit schweren Atemzügen rufen die Eingeschlossenen um Hilfe, trommeln an die hermetisch abgeschlossenen Wände – bis schließlich alle Schreie und Klopfgeräusche verhallen.

Platz 2 errang Friederike „Fritzi“ Peham aus Peuerbach mit ihrer ebenfalls zutiefst berührenden Kurzgeschichte „Mitn Gsicht gen Himmö“.

Dritte wurde eine Tiroler Volkskundlerin, Ingeborg Schmid aus Längenfeld, mit „Wenne hot augekleart augeheart?“ in kerniger Ötztaler Mundart. Diese sprachlich fein ziselierte Geschichte über Sammelleidenschaft widmet sich dem Problem, die Fülle des liebevoll Gehorteten gebührend aufzubewahren.

Die Kurzgeschichten sieben weiterer Wettbewerbsteilnehmer reihte die Jury – Joschi Anzinger, Gerti Felix, Klaus Huber – unter „die besten 10“ auf dem geteilten 4. Platz:
Pauline Lindner, Hohenzell, „Neta fünf Minutn“
Herbert Köppl, Freistadt, „Am grean Band“
Sigrid Bergmann, Seekirchen/Wallersee (Salzburg), „Kellagschichtn“
Petra Seyfried, Waldzell, „alloa“
Bruno Mayer, Gramastetten, „Nutella“
Veronika Schneider, Zirl (Tirol), „Freud hun, Mama mir Eisl essn geaht“
Theresia Lindner, Hohenzell, „’s jüngste Gricht“

Im Rahmen der Preisverleihung würdigte Forum-Volkskultur-Präsident Herbert Scheiböck diesen „einmaligen Wettbewerb“ und die seit Jahren „unschätzbar wichtige Arbeit des Stelzhamerbundes für die Erhaltung und Weitergabe der Mundart“.
Mit Mundartplaudereien und so manchem Prost! klang dieser vom Anton-Schosser-Quartett aus dem Ennstal musikalisch umrahmte Festabend gemütlich aus.

Tipp: Ab nächster Woche werden auf dieser Homepage einige der 58 zum Wettbewerb eingereichten Kurzgeschichten zu lesen sein.