Literatur
Manche Autoren des Stelzhamerbundes widmen sich außergewöhnlichen Themen. Jüngstes Beispiel ist die spannende Auseinandersetzung mit slawischer Dichtung unserer Zeit:
Russische Lyrik in oö. Mundart
Nicht im Aufbau und nicht im Wesen unterscheidet sich russische reimlose Lyrik von „unserer“. Dabei war es nicht immer selbstverständlich für russische Dichterinnen und Dichter, sich damit zu befassen. Denn zur Sowjetzeit (1917–1989) wurde auch die Kunst staatlich kontrolliert, da waren freie, reimlose Verse nur sehr begrenzt zugelassen.
Nur wenige Gedichte in freier Form wurden veröffentlicht, noch weniger übersetzt. Systemkonforme Künstler und Funktionäre wussten moderne Denkrichtungen zu verhindern.
Erst Mitte der neunziger Jahre konnte ein anderer Typ von Dichtern auftauchen. Einer von ihnen ist Viktor V. Klykov. Er war jahrelang im diplomatischen Dienst bei der UNIDO in Wien und 1998/99 auch in Algier beschäftigt. Dort entstand sein Gedicht „Frau – Mirage“, das Walter Osterkorn in oberösterreichische Mundart übertragen hat..
Damit gratuliert der Stelzhamerbund dem Autor herzlichst zum 70. Geburtstag.
Alles Gute, Viktor!
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| Frau – Mirage |
| Sie – is wia a Windhauch |
| und wia a Wään. |
| D’ Sahara bewegt sih so leicht. |
| Sie is a Luftikus, |
| sie traut sih was. |
| D’ Sahara bewegt sih so leicht. |
| Sie is kloa, |
| doh brennhoaß. |
| D’ Sahara bewegt sih so leicht. |
| Sie kummt auf mih zua, ja! |
| Sie tanzt durch mih durch. |
| D’ Sahara riaht sih Tag und Nacht… |
| Und sie? Ah sie is dahi, wia a Wään. |
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Originaltext von Viktor V. Klykov in: Inspiration, Ausgewählte Gedichte 1976 – 2002, Verlag Letnij Sad (Sommergarten), Moskau – Sankt Petersburg 2003. ov.klykov@akado.ru






